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OTZ Saalfeld 26.11.2006 Königsee der Sensation nahe
SV Thuringia Königsee – HSV Bad Blankenburg 32:34 (12:16)
Handball, Oberliga: Bad Blankenburg gewinnt Kreisderby ganz knapp - Schwache Schiris
Von Gerd Wagner Das im Vorfeld zum David-gegen-Goliath-Duell deklarierte Kreisderby im Thüringer-Handball-Oberhaus bekam am Sonnabend nur selten diesen Aspekt. Die Königseer ließen den Favoriten und Aufstiegsanwärter kaum zur Entfaltung kommen, sich von größeren Rückständen nicht beeindrucken und hatten sogar in der Schlussphase dieser Begegnung ein Resultat mit sensationellem Anstrich in den Händen.
Doch zunächst hatte der zahlenmäßig stark mitgereiste HSV-Anhang Grund zum Jubeln, da ihre Mannen die Führung erzielen konnten. Auf Königseer Seite setzte Najman einen Strafwurf an den Pfosten, so dass die Kurstädter ihre Führung ausbauen konnten (3:1, 4.). Die Partie pegelte sich in den Anfangsminuten auf eine Zwei-Tore-Differenz ein, da die Gastgeber mehrfach ihre Möglichkeiten ungenutzt ließen. Die Gäste wirkten dagegen konsequenter, fanden allerdings jetzt in den Thuringia-Keepern Cadek und Föhr ihre Meister.
Königsee kämpfte verbissen und wurde belohnt mit dem Ausgleich und der erstmaligen Führung (6:5, 11.). Bad Blankenburg ließ jedoch mit der Antwort nicht lange auf sich warten. Dieser Spielstand und der leidenschaftliche Kampf auf beiden Seiten war die nötige Würze für dieses ewig brisante Derby, welches die Gastgeber weiter knapp vorn sah (7:6, 13.), was sich schnell wieder änderte. Der HSV Bad Blankenburg kam in diesen Minuten zu drei Toren in Folge, welche die Rinnestädter zurückwarfen (7:10, 18.). War das bereits der Knackpunkt für die Gastgeber? Es hatte den Anschein, da Thuringia nach vorn weiter sündigte und der HSV traf (12:8, 20.). Einen höheren Rückstand verhinderte in diesen Minuten Torhüter Cadek. Doch die Gäste wurden in dieser Phase spielbestimmender und Königseer Treffer waren weiterhin Mangelware, da selbst Strafwürfe nicht untergebracht wurden (9:15, 24.). Die Rinnestädter gaben nicht auf, scheiterten jedoch mehrfach am HSV-Schlussmann Recknagel. Kurz vor der Pausensirene wurde das Resultat wieder etwas freundlicher aus Königseer Sicht (12:16, 29.).
Noch einmal 30 Spielminuten pure Leidenschaft wünschte man sich für den zweiten Durchgang, der zunächst von Fehlwürfen geprägt war, bevor die Gäste den Torreigen wieder eröffneten (17:12, 32.), welche allerdings Wiegand durch den roten Karton verloren. In diesen Minuten wurde die Partie härter aber nicht unfair, was die Königseer zum Verkürzen nutzten (16:17, 35.). Der HSV begann erstmals zu wackeln und forderte die Unterstützung von den Rängen, da die Rinnestädter nun ausglichen und Bad Blankenburg Meilahn sowie später noch Jahn per roter Karte verlor. Die Partie war nun wieder völlig offen mit Treffern auf beiden Seiten, allerdings mehr für den Tabellenzweiten, welcher sich wieder in Front schieben konnte (20:18, 39.). Königsee warf weiterhin all seine Kampfkraft in die Waagschale und blieb dran (20:21, 42.).
Als jedoch Recknagel erneut mehrere Einschläge verhindern konnte, bedankten sich seine Vorderleute mit einem Vier-Tore-Vorsprung (24:20, 44.). Bei den Rinnestädtern schien nun die berühmt berüchtigte Flautezeit anzubrechen, da im Vorwärtsgang nicht mehr viel lief. Bad Blankenburg hatte nun die Partie wieder fester in der Hand und schien auf dem Weg zum sicheren Doppelpunktgewinn zu sein (26:21, 46.), denn noch einen Aufholkraftakt traute man den Hohmann-Schützlingen wirklich nicht zu. Doch die Najman, Varchmin & Co. kämpften und zerrten weiter mächtig an den Ketten (24:27, 50.). Die Kurstädter blieben cool, nutzten ihre Möglichkeiten besser und ließen ihren Vorsprung wieder deutlicher werden (29:24, 52.).
Der HSV war insgesamt die spielerisch bessere Mannschaft, dem die Königseer großen Kampfgeist entgegensetzten, so dass die Fans auf der Tribüne ein rassiges Kreisderby verfolgen konnten, welches in der Schlussphase noch einmal zu brodeln begann.
Thuringia Königsee spielte sich noch einmal ins Geschäft, als Friedrich drei Mal in Folge ins Bad Blankenburger Tor traf und seine Farben zum 29:30 (57.) brachte. Erneut begannen die Kurstädter zu wanken, die sich durch einen Treffer von Oertel retteten (31:29, 58.). Die Partie wurde in den letzten Sekunden noch einmal zum offenen Schlagabtausch, welcher die Königseer jedoch weiter hinten sah (32:33, 59.) Gastgeber Thuringia lief nun die Zeit davon, zumal die Gäste in letzter Sekunde sich aller Sorgen entledigten.
Nicht berauschend in diesem Kreisderby war die Leistung der beiden Schiedsrichter Dähne und Jakob aus Bad Klosterlausnitz bzw. Vieselbach.
SV Thuringia Königsee: Cadek, Föhr - Göring (5), Götz (1), Lächa, Friedrich (5), Najman (11), Pojonie (2), Varchmin (3), Brähne (4), Riwe (1).
HSV Bad Blankenburg: Jahn, Recknagel - Ardan (6), Sternkopf (2), Sabrsula (4), Wiegand, Meilahn, Oertel (9), Jäschke (3), Hanl, Gäbler (1), Reichmann, Hellwig (9).
Schiedsrichter: Dähne/Jakob (Bad Klosterlausnitz/Vieselbach).
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