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Marco
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« am: 07.02.2007 - 23:56:31 » |
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TA Apolda/Weimar 07.02.2007
Weg ins Ungewisse
Die letzten fünf Saisonspiele werden zur Abschiedstournee für die Oberliga-Frauen des HSV Weimar. Der Weg führt aber, auch im Falle des Meistertitels, definitiv nicht in die Regionalliga. Im Gegenteil: Das Team steht vor einem tiefgreifenden personellen Umbruch. Zerfällt die Meistermannschaft zum Saisonende? Vieles deutet zurzeit darauf hin, dass das Frauen-Team des HSV Weimar demnächst auf personelle Engpässe zusteuert. Die Abteilung und Trainer Sebastian Batke zogen deshalb die Notbremse - die Regionalliga ist abgehakt.
Gleich mehrere Aktive beenden dieses Jahr ihr Studium und gehen bundesweit auf Jobsuche. Der 15 Spielerinnen umfassende Kader wird gewaltig schmelzen. Andrea Bitter etwa besitzt das Niveau, höherklassig zu spielen und will das natürlich auch in Angriff nehmen. Ein Vereinswechsel ist somit fast sicher. Janine Pengel konzentriert sich auf die Aufgaben als Schiedsrichterin und stünde nur selten zur Verfügung. Susanne Deininger beendet nach ihrem Kreuzbandriss die Spielerkarriere. Kürzer treten will auch Verena Pengel, die dieses Jahr 48 wird. Für Tanja Stich und Susanne Bogdan wäre der Sprung in die Regionalliga etwas zu groß. Steffi Harz zieht es als Physiotherapeutin beruflich wohl in die alten Bundesländer. Als Altenpflegerin wäre der Zeitaufwand auch für Susanne Ritz zu groß. Sie ist wie Susanne Kaps, die an einem Kreuzbandriss laboriert, zudem sehr verletzungsanfällig. Nur begrenzt zur Verfügung stünden zudem Angela Thomzyk, Ines Mießler, Anja Staate und Tina Cebulla. Ulrike Scheller und Elena Ardanova wären Wackelkandidaten.
Doch zeichnete sich der Spielermangel nicht schon vor der Saison und der Zielstellung Regionalliga-Aufstieg ab? "In dieser Größenordnung nicht. Das kann kein Team kompensieren. Schon gar nicht, wenn es in die Regionalliga gehen soll", sagt Sebastian Batke enttäuscht.
Motivationsprobleme in den letzten Spielen sieht der Trainer allerdings nicht: "Wir haben über Jahre das Niveau der Oberliga mitbestimmt und uns einen Namen gemacht. Unser Ziel ist die dritte Meisterschaft in Folge." Für viele Spielerinnen sei der Titel Ehrensache und ein krönender Abschluss.
Lösungen für eine spielfähige erste Frauen-Mannschaft über die Saison hinaus sind gegenwärtig nicht in Sicht, die Möglichkeiten rar gesät. Das Team mit den Regionalliga-Mädchen aufzustocken wäre der falsche Schritt. Sie sollen ein weiteres Jahr Erfahrungen sammeln und später den Stamm bilden. Spielerinnen aus dem zweiten Frauen-Team für "höhere" Aufgaben zu gewinnen scheint ebenfalls problematisch. Der letzte Ausweg wäre jedenfalls der bitterste: Der Rückzug aus der Oberliga. Die Idee einer Spielgemeinschaft mit dem HSV Apolda stünde als weitere Alternative. Diese lehnt Batke zwar prinzipiell nicht ab, die Konkurrenz beider Vereine habe aber Tradition und würde sicher einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Auch Steffen Müller, Trainer der Apoldaer Frauen, vermutet Hürden und Spannungen, die von alter Rivalität herrühren. Der Verzicht auf die Regionalliga ruft Apolda dennoch auf den Plan: Als aktueller Tabellenzweiter würden die HSV-Frauen nämlich das Aufstiegsrecht besitzen. Diesen schweren Klotz will sich allerdings der Coach trotz der Attraktivität nicht ans Bein binden. "Die Regionalliga ist zwar reizvoll, setzt aber eine zu große finanzielle und personelle Substanz voraus ", sagt Müller.
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